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Teil 2 / 5
Das VOC-Schiff "Amsterdam"
(Verenigde Oost-Indische Compagnie)
Hölzerner Tjalk. Bis Ende des 19. Jahrhun-
derts wurden Schiffe ausschließlich aus Holz gebaut.
Groninger Zeetjalk mit Stahlrumpf. Diese Schiffe fuhren die Küste entlang, manche sogar bis nach Russland.
Leuchtturm "Brandaris" auf Terschelling,
auf einer alten Postkarte
Geschichte

Die niederländische Seefahrt hat eine lange und
berühmte Geschichte. International bekannt sind besonders die Ostindienfahrer der VOC und andere Handelsschiffe aus dem Goldenen Zeitalter,
in dem die Niederländer weltweit Gewürzhandel betrieben.
Auch in den Niederlanden selbst hat die Schifffahrt eine
lange Tradition. In Drenthe wurde bei Ausgrabungen
ein prähistorisches Boot aus einem ausgehölten Baumstamm gefunden, mit dem Fischer und Jäger bereits 6.000 Jahre vor Christus durch Morastgebiete und Seen fuhren. Auch die zerklüftete Küstenlinie und zahlreiche Flüsse und Seen machten Boote zu einem unumgäng-
lichen Transportmittel.
Schon in der Bronzezeit bestand ein reger Handel mit
Britannien und Irland, der nur durch Schifffahrt möglich war.
In dem Land, das seit Urzeiten von Überströmungen und Flutkatastrophen betroffen war, begann man sehr früh mit der Landgewinnung. Bereits um 500 vor Christus wurden in Nordfriesland und Groningen erste Bauern-höfe auf "Terpen" gebaut, künstlichen Erhöhungen,
die bei Überschwemmungen Zuflucht boten.
Später wurden die Terpen erhöht und miteinander verbunden. Die Gegend um Terschelling und Vlieland
war zu dieser Zeit noch Teil des Festlandes und ebenfalls schon besiedelt.
Um 1.000 nach Christus wurden Deiche gebaut. Bei Trockenlegung und Torfabbau enstanden Entwässe-
rungsgräben und Kanäle, die auch zum Transport des abgebauten Torfs benutzt wurden.
Schnell entstand ein umfangreiches Netz von Wasser-
wegen, auf denen alle Städte und Dörfer und viele Bauernhöfe zu erreichen waren. Beinahe alles wurde auf dem Wasserweg transportiert, natürlich auch bis zu den Inseln, die inzwischen von der Landmasse getrennt waren.
1323 wurde auf Terschelling ein festes Leuchtfeuer errichtet. 1593 fiel es der ständigen Unterspülung durch die Strömung zum Opfer und ein neuer Leuchtturm wurde
gebaut. Seit dem 16. Jahrhundert ist dieser unter dem Namen "Brandaris" bekannt. Er ist bis heute in Gebrauch.
Niederländische Schifffahrt